Was mich aufregt…

Hallo liebe Leser, nach einer sehr langen Zeit schreibe ich nun wieder etwas in diesen Blog. Es ist so einiges passiert in meinem Leben. Ich überlege schon länger, wieder etwas zu schreiben.

Homophobie-Alex2-neuWir schreiben das 21. Jahrhundert. Homosexuelle Menschen haben dieselben Rechte wie alle anderen, kein Schwuler, keine Lesbe wird in irgendeiner Art diskriminiert. Leider träumen wir der Zeit noch davon. Keine Frage, im Vergleich zu Früher, ist die Akzeptanz von Schwulen uns Lesben und ganz allgemein von Minderheiten schon viel aufgeschlossener. Leider gibt es noch in so vielen Bereichen des Lebens eis kalte Homophobie. Hier kommen wir auch zu dem Thema, das was mich so aufregt.

Homophobie ist die Angst bzw. die Verachtung von homosexuellen Menschen. Homophobie gibt es in allen Bereichen des Lebens.: In der Schule, in der Familie, im Berufsleben, in der Religion und in der Politik. Besonders viel Homophobie erlebt man immer noch an den Schulen. Dies ist auch ein Grund, warum es Schülern schwer fällt, sich zu outen. Besonders an Schulen am Land erleben schwule Jugendliche Homophobie dreister Art. Ein Mal hat mir ein junger Tiroler erzählt, wie seine Klassenkameraden sagten, wie das Thema aufkam, das schwuler Sex schlimmer sei, als Sex mit Tieren. Hören homosexuelle Jugendliche, Dinge wie diese, wundert es mich nicht das diese sich nicht outen.

Homophobie am Land ist meiner Meinung nach noch Deutlicher zu spüren, weil sich dort Entwicklungen, Forschungen erst viel später verbreiten durchsetzen als in einer größeren Stadt. Vielleicht liegt es auch daran das am Land oft viele ältere Leute leben, sprich mehrere Generationen. Generationen, die es beispielsweiße noch erlebt haben, das man Homosexuelle ins KZ gesteckt hat. Meistens gibt es am Land auch keine so guten Möglichkeiten sich zu informieren außer über das Internet. Was würde mit einem beliebten Jungen in der Klasse passieren, wenn plötzlich herauskäme, dass er schwul ist? Ich glaube das hängt viel von der Klasse und der Schule selbst ab. Aber auch hier glaube ich, dass es städtische Schüler leichter haben als ländliche. Zum Glück gibt es mittlerweile Schulworkshops an Schulen, die Schüler in diese Richtung aufklären. Leider hat es noch zu wenige erreicht.

Besonders schwer ist es wenn die eigen Eltern oder ein Elternteil seinem homosexuellen Kind gegenüber homophobe Bemerkungen abgibt. Auch wenn sie nicht wissen, dass ihr Kind schwul/lesbisch ist. Ich habe vor Jahren mit einem Oberösterreicher geschrieben der wegen seiner homophoben Eltern Angst hatte sich zu outen. Aber er hatte es vor. Da er einen Freund hatte und durch ihn gestärkt war, outete er sich bei seinen Eltern. Sie waren nicht erfreut. Im Gegenteil, die erste Zeit war sehr hart für ihn. Aber nach und nach „tolerierten“ sie sein anders sein. Auch seinen Freund durfte er mit nach Hause bringen. Als er seinen Freund verlor, waren seine Eltern wieder der festen Überzeugung, ihr Kind habe endlich gemerkt noch kein Schwuler sondern ein Hetero zu sein. Doch sie irrten sich und auch der nächste Freund folgte. Ich glaube seine Eltern haben es bis heute NUR toleriert und nicht akzeptiert, das ihr Sohn schwul ist. Aber dennoch sind sie für ihren Sohn immer da. Natürlich kann es auch anders aussehen. In manchen Fällen hilft nur noch eins. Das Kind muss ausziehen. Die Eltern sind einfach zu konservativ um sich damit auseinanderzusetzen.

Sehr viele trauen sich immer noch nicht, im Berufsleben zu outen. Sie haben Angst ihren Job dadurch zu verlieren. Auch wenn kein Arbeitgeber jemanden wegen seiner sexuellen Orientierung kündigen darf, ist die Angst nicht ganz unberechtigt. Denn ein Arbeitgeber würde schon einen Grund finden, mit dem er Erfolg hätte. Nicht nur Angst vorm Arbeitgeber ist da, sondern auch die Angst von KollegInnen möglicherweise ausgeschlossen oder gemobbt zu werden.

Homophobie gibt es überall und muss leider noch immer heftigst bekämpft werden. Viele Organisationen Welt weit, tun einiges dafür. Zum Beispiel gibt es in vielen Ländern der Welt Paraden, die eine Art Party sind, aber immer eine politische Botschaft vermitteln, wo um die Akzeptanz und auch komplette Gleichstellung gekämpft wird. Homophobie wird es immer geben. Aber ich hoffe, und das glaube ich auch, das es besser werden wird.

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Über dhuck

Ich bi Dario noch bis 20. September 17 Jahre alt, und weiß seit ich 13 Jahre alt bin, das ich schwul bin. Mein outing habe ich auf 3 Jahre aufgeteilt. Kurz vor meinem 17. Geburtstag war ich komplett geoutet. Ich hatte nie negative Reaktionen von Freunden oderVerwandten und Bekannten erlebt. Zeige alle Beiträge von dhuck

2 responses to “Was mich aufregt…

  • queerchris

    Das Thema regt nicht nur Dich auf. Es regt jeden auf, der nicht bereit ist, sich mit seiner Situation abzufinden. Ich habe z.B damals in der Oberstufe den Schritt gewagt, mich zu Outen. Auch im Zivildienst habe ich mich bei meinen Mitzivis geoutet. In der Berufsschule (Informatiker) war ich sogar der Beliebteste in der Klasse, weil den verrückten Homo mit den guten Informatikkentnissen alle total super fanden. In meiner Firma habe ich mich damals nicht geoutet. Wie Du schon geschrieben hast. Auch wenns verboten ist, finden die immer einen Weg, dir was anzuheften. Bei meinem jetzigen Job habe ich schon in der Bewerbung durchblicken lassen, das ich schwul bin und habe das im Gespräch dann auch direkt angesprochen und klar gemacht, dass ich damit offen umgehe und keine Sprüche o.Ä. dulden werde. Fazit: Der Job macht noch mehr Spaß als vorher. Ich werde mich jedenfalls nicht mehr verstecken. Jetzt bin ich allerdings auch ein Großstadtkind. Als Schwuler vom Land hätte ich mich wahrscheinlich nicht geoutet und wäre so schnell wie möglich da verschwunden.

    • dhuck

      ja, ich bin auch ein Stadt Kind und habe mich schon mit 13 bei meiner Mutter und mit 14 in der Schule geoutet. Als ich ein Jahr am Land wo in die Schule ging, habe ich das bleiben lassen. Aber auch jetzt in der Arbeit habe ich kein Geheimnis gemacht. Ich lebe auch offen schwul. Es ist einffach eine so viel bessere Lebsqualität, und ich bin Froh es eigentlich nie versteckt zu haben.

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